Das QNAP TS-251A im Test

Mir wurde von Hardwareluxx.de für ein User-Review das QNAP TS-251A mit 2x 10TB Seagate IronWolf Festplatten zur Verfügung gestellt. Diesen Test den ihr sonst direkt dort findet, will ich euch hier auch bereit stellen.

An dieser Stelle erst einmal vielen Dank an das Team von Hardwareluxx, QNAP und Seagate das dieser Test ermöglicht wurde. Zum Test sei gesagt, dass ich die Ersteinrichtung unter QTS 4.2.2 vorgenommen habe, mit erscheinen habe ich aber dann auf die Beta von QTS 4.3 gewechselt. Für diese ist auch während des Testzeitraumes ein weiteres Update erschienen, man sieht hier also sehr gut, das QNAP dauerhaft an der Verbesserung der Software arbeitet.

Netzwerkübersicht

Beginnen wir mit der Übersicht über das Netzwerk, in dem das NAS bei mir eingesetzt wird. Die Verkabelung in der Wohnung wurde in Cat.7 ausgeführt, das Patchpanel und die Netzwerkdosen sind alle Cat.6a. Als Switch wird ein Netgear JGS524Ev2 eingesetzt. Die beiden Desktop-Rechner sind über diese Verkabelung mit dem Switch verbunden, die Notebooks, Smartphones sowie Tablets via W-LAN.

 

Erster Eindruck und Ausstattung

Das NAS kommt in einer braunen Pappschachtel, einzige Kennzeichnung auf den Inhalt ist das QNAP Logo unten rechts, so wie der Aufkleber links oben der das genaue Modell angibt. Öffnet man die Schachtel, so wird man gleich von QNAP begrüßt und auf die verschiedenen Präsenzen im Internet hingewiesen. Das NAS inklusive Zubehör befindet sich in einer weiteren Pappschachtel, die sich einfach herausziehen lässt. In der Mitte befindet sich das NAS selbst, links und rechts Kabel, Schrauben, das Netzteil und die Fernbedienung. Alles in allem enthält das Paket:

  • Das NAS an sich
  • Ein Netzteil mit Kaltgerätekabel
  • 8 Schrauben für 3,5″ Festplatten
  • 6 Schrauben für 2,5″ Festplatten
  • 2 Patchkabel
  • Die Fernbedienung inklusive Batterie
  • Eine Schnellstartanleitung

Auf dem NAS befinden sich zwei Aufkleber. Auf der Oberseite sind die Festplattenplätze beschriftet. An der Seite befindet sich ungewöhnlicher weise ein QR-Code, mit dem das NAS eingerichtet werden kann. Vorne befinden sich 5 LED’s, die mit Status, LAN, USB, HDD1 und HDD2 beschriftet sind. Des Weiteren befindet sich an der Front ein SD-Kartenleser, eine USB 3.0 A Buchse, Micro-USB 3.0 B und zwei Tasten. Einmal die Einschalttaste des Systems und dann noch eine weitere, für die One-Touch Backup Funktion. Einen Sensor für die Fernbedienung konnte ich nicht entdecken, an der linken Seite befinden sich nur Belüftungsöffnungen.

Das Gerät verfügt für ein NAS in dieser Preisklasse über ungewöhnlich gute Hardware-Ausstattung, so wird es von einem Intel Celeron 3060 mit bis zu 2,48GHz angetrieben. Diesem stehen 4GB DDR3L zur Seite, die offiziell auf bis zu 8GB aufrüstbar sind. Die Anschlüsse noch einmal in der Übersicht:

Vorderseite

  • USB 3.0 A und Micro-USB B
  • SD-Kartenleser
  • Infrarotempfänger

Rückseite

  • 2x Gigabit-LAN
  • 2x USB 3.0 A
  • HDMI mit 2160P 30Hz
  • Mikrofon-Eingang und Audio-Ausgang
  • 12V Stromversorgung

Montage und Verarbeitung

Die Verarbeitung des Gehäuses ist durchgehend hochwertig, nichts fühlt sich billig oder minderwertig an. Die Festplatteneinschübe können einfach herausgezogen werden, eine Entriegelung erfolgt nur durch hochziehen an den Aussparungen. Sowohl 3,5″ als auch 2,5″ Festplatten bzw. SSDs können in dem NAS betrieben werden. In beiden Fällen werden die Datenträger von unten mit Schrauben befestigt, eine Werkzeuglose Montage ist genauso wie eine Entkopplung nicht vorgesehen. Das könnte sich vor allem im Wohnzimmerbetrieb negativ auswirken und hätte noch integriert werden können. Die Träger sind auch das einzige, was den sonst sehr guten Eindruck etwas schmälert. Fertig bestückt werden die Festplattenträger nur noch in das Gehäuse geschoben und der Griff nach unten geklappt. Eine Verriegelung wie bei den Gehäusen von Synology mit einem Schlüssel gibt es nicht. Genauso wenig eine Beschriftung vorne oder auf der Oberseite welche Festplatte 1 und welche 2 ist. Die gibt es wie erwähnt nur auf der Oberseite oder auch im QTS.

Installation der Software

Zur Installation der Software auf dem NAS gibt es drei Möglichkeiten. Konfiguration mit dem QR-Code über das Handy, Konfiguration mit dem QFinder Pro und die Installation mit angeschlossener Tastatur, Maus und Monitor direkt am NAS. Bei meiner ersten Installation habe ich den Weg über den QFinder gewählt. Dieser sucht zuerst im Netzwerk nach einem verfügbaren NAS und leitet den Benutzer durch die einzelnen Schritte. Auch der Einbau der Festplatten wird, vor allem für weniger versierte Benutzer, sehr schön bebildert dargestellt. Im Laufe des Assistenten wird das Administratorkennwort vergeben, die Netzwerkeinstellungen angepasst, erste Einstellungen der Dienste die das NAS unterstützen soll festgelegt und das Volume angelegt. Je nach Userwunsch entweder als JBOD, RAID1 oder RAID0.

Hier findet ihr den gesamten Installationsverlauf:

Die Grundlegende Konfiguration des NAS ist damit im Prinzip schon abgeschlossen und der Nutzer auf die Weboberfläche weitergeleitet. Im Hintergrund wird dann das RAID konfiguriert, in meinem Testaufbau hat dies bei einem RAID1 16 Stunden und 17 Minuten gedauert. Das NAS kann in dieser Zeit aber ohne Einschränkungen verwendet werden.

Übersicht über die Oberfläche

Die Weboberfläche des NAS ist wie bei der Konkurrenz von Synology ein Desktop, mit dem die Pakete und die Einstellungen des NAS verwaltet werden. Hier werden auch Benachrichtigungen angezeigt, entweder wenn Hintergrundaufgaben ausgeführt werden oder es Probleme gibt, um die man sich kümmern sollte. Mir persönlich gefällt der „Desktop“ von Synology etwas besser, die Icons wirken auf meinen FHD-Monitor etwas unscharf. Die Bedienung hingegen funktioniert sehr intuitiv, man muss sich nicht zwingend erst mit der Anleitung beschäftigen um das zu finden was man sucht. Die Icons auf dem Desktop lassen sich nach Belieben hinzufügen und entfernen, je nachdem was man benötigt und was nicht. Vorgeschlagene aber nicht installierte Anwendungen werden mit einem Download-Pfeil dargestellt, diese lassen sich mit einem Klick herunterladen.

Im App-Center lassen sich dann auch noch weitere Anwendungen für das NAS installieren. Hierzu zählen sowohl Apps von QNAP direkt, als auch von Partnern die Apps bereitstellen. Dazu gehört u.a. auch Plex. Die Gesamtanzahl der im Store erhältlichen Apps beträgt im Moment 99, dazu zählen auch alle QNAP-Anwendungen. Was mich etwas gewundert hat und was auch leider nicht im App-Store angezeigt wird, ist das bestimmte Apps andere auf dem NAS benötigen. Hierzu zählt u.a. die aktuelle Beta der Notes Station, welche eine aktive Container-Station voraussetzt. Die Meldung wird allerdings erst angezeigt, wenn die Installation der App nicht erfolgreich war. Heruntergeladen wird sie trotzdem. Hier wäre eine Angabe der benötigten Apps auf dem NAS sehr hilfreich, gerade bei einer langsamen Internetverbindung wie unserer kann der Download unter Umständen etwas dauern.

Möglichkeiten der Benutzerverwaltung

QTS 4.2 bietet einige Möglichkeiten der Benutzerverwaltung. Neben einfachen Benutzern (vorangelegt ist nur admin), lassen sich sowohl weitere Benutzer, als auch Benutzergruppen anlegen. Die Rechte der Benutzer lassen sich nicht nur auf Ordner einschränken, auch ein Verbot von Anwendungen und sogar Netzwerkdiensten ist möglich. Sollen die Rechte für mehrere Benutzer (z.B. Mitarbeiter einer Firma) gleich sein, so lässt sich eine Benutzergruppe erstellen. Dieser werden dann die Rechte auf die einzelnen Freigabeordner gegeben und müssen nicht für jeden Mitarbeiter separat angepasst werden. Für die angelegten Benutzer kann auch ein Kontingent eingerichtet werden. Bei der Erstellung ist dieses für jeden gleich, nachträglich lässt sich das Kontingent aber auch je Benutzer anpassen. Sind mehrere Volumes eingerichtet, erfolgt die Kontingentvergabe je nach ausgewähltem Volume.
Für Firmennetzwerke bietet sich noch eine Besonderheit, das NAS arbeitet auch mit Domains zusammen. Es kann entweder als Domain-Mitglied arbeiten, dann werden die Zugangsberechtigungen auch über die Domain gesteuert. Ist kein anderer Domain-Controller vorhanden, kann das NAS auch diese Aufgabe übernehmen. Die Verwaltung von Domain-Benutzern und DNS läuft dann über das NAS.

Für die meisten Nutzer dürfte dennoch nur die normale Benutzerverwaltung interessant sein, die wenigsten werden hier auch zuhause über ein Active Directory arbeiten. In meinem Fall läuft die Benutzerverwaltung auch nur über das NAS direkt, mit eigenen Ordnern für die Daten der Benutzer und einem extra Benutzer der nur für die Backups via Acronis verwendet wird.

Zugriff auf die Daten vom Smartphone und von Unterwegs

Zugriff auf das NAS ist über zwei Wege möglich, entweder via einem integriertem DDNS-Dienst, der dann direkten Zugriff auf das NAS erlaubt. Falls der Router im Netzwerk UPnP unterstützt, dann wird er vom NAS automatisch konfiguriert. Ist dies nicht der Fall, können die Freigaben entweder selbst vorgenommen werden, oder der QNAP CloudLink Dienst genutzt werden. Dann erfolgt der Zugriff nicht direkt auf das NAS, sondern über die Server von QNAP.
Leider wird standardmäßig die Zugriffskontrolle auf öffentlich gestellt. Dies kann dann anderen ermöglichen, das NAS in der QNAPcloud zu finden. Weniger versierte User könnten das übersehen und so ihr NAS der Öffentlichkeit zeigen.
Soll der Zugriff direkt bei DDNS erfolgen, so ist diese Verbindung standardmäßig ungeschützt. Um ein SSL-Zertifikat zu nutzen kann man dieses direkt bei QNAP erwerben. Dieses kostet in einem Aktionspreis $44,99 und gilt dann für 3 Jahre und 2 Monate. Der reguläre Preis beträgt $79,99. Mit der Beta von QTS 4.3 ist es jetzt auch möglich, direkt im System ein Zertifikat über Let’s Encrypt ausstellen zu lassen.

Ich habe mich hier nicht explizit für eine Möglichkeit entschieden, sondern nutze sowohl die QNAP-Cloud, als auch den Zugriff via VPN. Der Cloud-Zugriff ist für mich besonders interessant, wenn ich vom Büro aus auf meine Daten zugreifen will, da ich hier keine Möglichkeit habe den OpenVPN Client zu nutzen. Auf die genauen Einzelheiten des VPN-Dienstes werde ich im nächsten Punkt eingehen. Der Zugriff über die Cloud dürfte auch für den normalen Nutzer der interessanteste Weg sein, auch wenn hier der möglicherweise etwas unangenehme Beigeschmack bleibt, alle Daten erst einmal über die Server von QNAP zu schicken. Nutzer die hier besonders auf Sicherheit bedacht sind, werden wahrscheinlich sowieso auf den Zugriff via VPN zurückgreifen.

QNAP bietet einige Apps an, um den Zugriff auf das NAS auch von Unterwegs zu ermöglichen. Der Qmanager ermöglicht die weitreichende Überwachung und Konfiguration des Gerätes direkt aus der App heraus. Sowohl die Ressourcen, als auch Hintergrundaufgaben lassen sich in der App verfolgen. Systemprotokolle sind abrufbar und bei Fehlermeldungen wird diese auch direkt als Push-Nachricht auf dem Handy bzw. Tablet angezeigt. Die Berechtigungen der Benutzer auf die Ordner können angezeigt und angepasst werden, sowie der Speicherbedarf der Ordner. Auch die integrierte Download-Station lässt sich darüber steuern.

Was den Zugriff für die Nutzer besonders vereinfacht, ist die Funktionalität der Apps, wie auf das NAS zugegriffen wird. Besteht eine Verbindung zu einem W-LAN Netzwerk, versucht die App zuerst das NAS im Netzwerk zu finden. Ist das nicht möglich, weicht sie automatisch auf die Verbindung mit der QNAP-Cloud aus. Hier wird natürlich ein QNAP-Cloud Konto vorausgesetzt. Wird zum Beispiel ein normaler Filemanager benutzt, so geschieht bei diesem der Zugriff im Regelfall direkt über die IP-Adresse, bzw. den Hostnamen. Für den Zugrif über DynDNS muss dann eine extra Verbindung eingerichtet werden, die dann natürlich auch explizit benutzt werden muss. Wie bei den meisten Punkten, wird dies für versierte Nutzer kein Problem darstellen. Bei Lieschen Müller hingegen, dürfte die automatische Wahl der Verbindungsart auf großen Zuspruch stoßen.

Um auf die Daten des NAS zuzugreifen, kann die App QFinder benutzt werden. In der App werden dann alle Ordner angezeigt die sich auf dem NAS befinden und für den jeweiligen Nutzer frei gegeben sind. Auch die Videowiedergabe ist möglich. Die Daten müssen nicht unbedingt mit dem Qfinder geöffnet werden, es erscheint eine Nachfrage welche App genutzt werden soll. In meinem Test hat z.B. das Streamen mit dem MX Player problemlos funktioniert.

Das NAS als VPN-Server

Das NAS kann sowohl als PPTP, als auch als OpenVPN-Server fungieren. Ich benutze OpenVPN schon auf einem Raspberry Pi um auf meinen Download-Server zuzugreifen der bei meinen Eltern steht, da war die Konfiguration jedoch etwas aufwändiger als auf dem NAS. Diese ist im Grunde auch für Laien sehr schnell erledigt, es muss nur der Haken für „OpenVPN-Server aktivieren“ gesetzt werden. Dann kann man bei Bedarf noch die Verschlüsselung noch auf „Hoch (AES-256 Bit) setzten. Zusätzlich lassen sich die maximalen gleichzeitigen Verbindungen einschränken und bei Bedarf der Port anpassen. Wenn man will, kann man auch einen eigenen LAN-Port dem VPN-Server zuweisen. Zum Schluss müssen nur noch die Ports im Router frei gegeben werden und das Profil inklusive Zertifikat vom NAS heruntergeladen werden.
Was mir hier etwas abgeht, ist die Angabe aller Ports die OpenVPN nutzt. Wenn man nur den änderbaren UDP-Port freigibt, dann ist keine Verbindung zum NAS möglich, hier muss in der Dokumentation von OpenVPN geprüft werden, welche Ports noch benötigt werden.

Das exportierte Profil muss dann inklusive Zertifikat am OpenVPN Client unter Windows, oder auch am Handy importiert werden. Der einzige Fallstrick der sich hier bieten kann, ist die Abfrage nach dem Benutzer. Diese werden unter „Privilegeinstellungen“ festgelegt und entsprechen den NAS-Benutzern. Diese sollten natürlich über ein entsprechend starkes Kennwort verfügen, um hier keine Sicherheitslücke darzustellen. Im Idealfall unterscheiden sich die Benutzer für den VPN-Dienst noch von denen für den NAS-Zugriff.

Anstatt noch einen eigenen DynDNS-Dienst, oder eine feste IP verwenden zu müssen, wird sofern konfiguriert, die DynDNS Adresse der QNAP-Cloud genutzt. Ist das Profil im Client importiert, lässt sich die Verbindung mit dem OpenVPN Client nach Angabe von Benutzer und Kennwort herstellen.
Im Vergleich zur langwierigen und aufwendigen Konfiguration von OpenVPN auf dem Raspberry Pi ist das wirklich für jeden Nutzer möglich. Der große Vorteil von der VPN-Verbindung im Vergleich zu DynDNS ist, das nicht nur auf das NAS zugegriffen werden kann, sondern auch auf den ganzen Rest des Netzwerks. Der Client wird dabei behandelt, wie als wenn er lokal vorhanden wäre. Außerdem kann so vermieden werden, den gesamten Traffic über die Server von QNAP zu leiten.

Sofern möglich würde ich immer die VPN-Verbindung bevorzugen. Leider geht das natürlich nicht immer, aber das ist dann vom jeweiligen Einsatzfall abhängig zu machen. Mit QTS 4.3 ist noch die Möglichkeit hinzugekommen, einen L2TP/IPsec VPN-Server einzurichten. Im Grunde genommen ist dessen Einrichtung genauso einfach wie die des OpenVPN-Servers, jedoch gibt es hier für unversierte Nutzer mehr zu beachten. Der Pre-Shared Key ist standardmäßig auf „QNAP“ eingestellt, hier wäre ein automatisch generierter sinnvoller gewesen. Allerdings befindet sich QTS 4.3 ja auch immer noch in der Beta-Phase, es kann also gut sein das hier noch einmal nachgebessert wird.
Der Rest unterscheidet sich nicht von dem OpenVPN-Server, es lässt sich der IP-Adressbereich noch anpassen, die Anzahl der maximalen Nutzer, bei der Authentifizierung zwischen MS-CHAPv2 und PAP wählen und eine Netzwerkschnittstelle für den VPN-Server festlegen.

Fall gewünscht, kann das NAS nicht nur als VPN-Server, sondern auch als VPN-Client genutzt werden. So kann es z.B. in ein Firmennetzwerk eingebunden werden, obwohl es bei einem Mitarbeiter oder dem Chef zuhause steht. Als Protokolle stehen hier wieder PPTP, L2TP/IPsec und OpenVPN zur Verfügung. Im Fall von OpenVPN wird als erster Punkt bei der Einrichtung wieder das Profil abgefragt, die weitere Einrichtung bestimmt dann die Einrichtung des OpenVPN Servers.

Streamen von Videos im Netzwerk

Das NAS streamt im Test Videos auf meinen FireTV Stick und meinen Chromecast Gen. 2. Zum Test habe ich mehrere Filme im MKV, bzw. MP4 Format auf das NAS kopiert. Beim Starten der Video Station habe ich dann den entsprechenden Ordner angegeben, die Filme wurden nach kurzer Wartezeit dann auch korrekt angezeigt. Mit einem Klick in die Kategorie „Filme“ werden zum Großteil sogar die passenden Cover angezeigt. So sollte es zumindest sein. In der Realität zeigt diese teilweise einfach einen komplett falschen Titel, nur den Dateinamen, oder auch in über 50% kein Cover, sondern nur ein Thumbnail. Direkt auf dem NAS abgespielt haben auch alle Testdateien problemlos funktioniert. Nur das Skippen im Video hat für mich zu lange gedauert, hier sind deutliche Gedenksekunden vorhanden. Die MKV-Dateien abzuspielen war mir hingegen mit der Video Station absolut unmöglich. Hier erhielt ich nur die Meldung „Das Video unterstützt keine Online-Wiedergabe oder existiert nicht.“

Also habe ich aus dem App-Center Plex nachinstalliert, genauer gesagt den Plex Media Server. Dieser will natürlich erst einmal eingerichtet werden, was aber auch schnell erledigt ist. Beim ersten Start werden zuerst die Bibliotheken angelegt die man verwenden will und die Speicherorte der jeweiligen Dateien festgelegt.

So wurden meine Videos wenigstens lokal wiedergegeben, Streamen auf den Chromecast war damit aber auch nicht möglich. Erst mit der Installation der Plex-App auf dem FireTV Stick war mir die Wiedergabe der Filme möglich. Plex auf dem FTV hat auch den Plex-Server auf dem NAS nicht automatisch gefunden, hier musste ich die IP-Adresse manuell angeben.
Interessanter weise ist die Wiedergabe via Qfile unter Android problemlos möglich. Sowohl mit dem integriertem Qfinder Player, als auch mit dem MX Player. Nur wird in beiden Fällen die Tonausgabe via DTS nicht unterstützt. Aber sowohl der Start der Wiedergabe, als auch das Skippen im Video geht um einiges schneller von statten als beim Webzugriff auf das NAS. Hier hat mich das NAS wirklich enttäuscht, wobei ich die Streaming Sticks als Ursache auch nicht ausschließen möchte. Man könnte nur meinen, das die wichtigsten Einstellungen bereits vorgenommen werden, wenn schon das App-Center von QNAP genutzt wird.

Direkter Anschluss an den TV

Was mich am meisten interessiert hat, ist der direkte Anschluss an den Fernseher. QNAP bietet dafür auch eine eigene Anwendung an, die HybridDesk Station. Bei der Installation von dieser wird festgelegt, welche Apps gleich mitinstalliert werden sollen. Diese Liste ist Standardmäßig wirklich lang, ich habe einen Großteil gleich abgewählt. Das liegt aber auch daran, dass die Anwendungen sich in ihrer Funktion teilweise stark überschneiden, beziehungsweise genau das gleiche machen. Das ist dann eher Geschmackssache was man benutzen will, nur, wenn man die Liste nicht abarbeitet gibt es möglicherweise ungewünschte Überraschungen.

Bedient wird das NAS dann entweder über die beiliegende Fernbedienung, wer will mit Kabelloser Tastatur/Maus oder auch mit der Qremote App. Das ist aus verschiedenen Gründen mein bevorzugter Weg geworden, direkt am TV zu navigieren. Der größte Nachteil der QNAP Fernbedienung für mich ist, dass diese nur via Infrarot funktioniert. Sie muss also genau auf das NAS gerichtet werden, ich vermute das der Infrarot-Sensor zwischen dem USB-Port und dem SD-Slot sitzt. Mit der App geschieht auch die Texteingabe natürlich um einiges schneller, ich finde es auch viel angenehmer nicht darauf achten zu müssen, die Fernbedienung in die richtige Richtung zu halten. Das hängt aber natürlich auch von der Position des NAS im Wohnzimmer ab.

Nachdem der erste Versuch mit dem Plex Media Server zu Streamen nicht wirklich gut funktioniert hat, war ich auf das Plex Home Theater am meisten gespannt. Dieses nutzt die Datenbank des Plex Media Servers und spielt die Daten gleich lokal ab. Benötigt werden dennoch beide Anwendungen, der Media Server sagt dem Home Theater nur, wo die Daten liegen. Dadurch hat man allerdings auch zwei Konfigurationsoberflächen, die des Media Servers via Browser und die Einstellungen des Home Theater die nur via HDMI erreicht werden (oder auch noch via VNC-Verbindung, die in der HDStation erst einmal aktiviert werden muss). Eine reine Plug and Play Lösung ist das leider nicht, es muss durchaus noch etwas nachkonfiguriert werden. Out of the Box hat bei mir zwar das Abspielen aller meiner Filme problemlos geklappt, allerdings meistens mit starkem Tearing im oberen Bildschirmbereich. Hier hilft nur Google und testen welche Einstellungen das besser machen. Hier hat bei mir vor allem das Erhöhen des Cache am meisten gebracht, dieser steht nun auf dem maximalen Wert. Problemlos läuft die Wiedergabe leider dennoch nicht, das Tearing ist verschwunden aber dafür sind Lags vorhanden.

Ich habe auch noch die VideoStation HD getestet, um auszuschließen, dass es nur an Plex liegt. Hier erfolgt die erste Bedienung leider absolut nicht intuitiv, man muss sich zuerst in der Station neu anmelden. Was mich hier noch viel mehr stört ist, das ich dafür Maus und Tastatur, bzw. Qremote benötige, da die Anwendung nur einen Mauszeiger anzeigt. Die Fernbedienung kann hier gar nicht helfen. Der Grund dafür liegt darin, dass diese anscheinend lokal via Chrome angezeigt wird. Es gibt hier also keine richtige GUI, wie ich es von Plex gewohnt war. Was mich aber noch viel mehr gestört hat, war die automatische Erkennung der Filme, bzw. Serien. Diese zeigt teilweise einfach einen komplett falschen Titel, nur den Dateinamen, oder auch in über 50% kein Cover, sondern nur ein Thumbnail.

Noch viel schlimmer wird es, wenn die gestartete VideoStation mit der Fernbedienung bedient werden soll. Das ist schlicht und einfach nicht möglich. Auch die Qremote App ist hier keine große Hilfe, sie bietet kein virtuelles Scrollrad um damit durch die Filmübersicht zu fahren. Es muss also direkt gesucht werden, in der Hoffnung das der Titel auch stimmt. Spätestens hier wird dann die Schrift der Menüs unlesbar. Will man dann doch ein Video abspielen, erhält man auch noch folgende Meldung: 

„If your Browser does not support playing this video format, it will be download the video instead. You can watch videos using Mozilla Firefox by installing VLC media player and enabling the VLC web plug-in.“

Spätestens jetzt war die Video Station bei mir komplett durchgefallen. Dennoch habe ich mich an der Wiedergabe versucht, in der Hoffnung das es funktioniert. Das Ergebnis war, wie erwartet, ernüchternd. Anstatt meinem Testfilm, hatte ich nun Chrome direkt zur Ansicht mit einem Untitled Tab der auf die IP des QNAP verweist. Erst bei schließen des Chrome Fensters bekam ich die Meldung, dass gerade ein Download läuft. Diesen habe ich abgebrochen, ich habe die VideoStation aufgegeben.

Es gibt, abgesehen von der VideoStation, auch noch den HD Player. Dieser ist auch auf die Bedienung via Fernbedienung ausgelegt, auch wenn er einen Hinweis anzeigt das die Qremote App manches einfacher machen könnte. Hier kommt man auch zuerst zur Auswahl des Benutzers, mit dem man arbeiten will. Der HD Player kann sogar mehr als nur Videos abspielen, er bietet die Möglichkeit auch auf gespeicherte Musik und Fotos zuzugreifen. Leider werden die Videos einfach nur als Zeitleiste angezeigt, eine Unterscheidung in Serien und Filme z.B. gibt es default nicht. Dieses Problem kann man mit dem Erstellen von Sammlungen in der VideoStation lösen, die dann händisch gefüllt werden müssen. Die Filme werden dann leider, genauso wie in der VideoStation angezeigt, mit dem Unterschied das es jetzt nur noch Tumbnails gibt. Die Performance ist auch alles andere als zumutbar, damit ist auch diese Lösung durchgefallen. Ich habe mich dennoch dazu durchgerungen meinen Testfilm abzuspielen, die Wiedergabe läuft zwar, allerdings ohne Ton. Ich bin jetzt auch gar nicht weiter auf die Einstellungen eingegangen und habe den Player deinstalliert.

Alles in allem bin ich von den direkten TV Funktionen sehr enttäuscht. Plex wäre die perfekte Lösung um die Filme direkt am TV abzuspielen, ob hier einfach die Performance nicht reicht oder ob es an Plex liegt kann ich im Moment nicht sicher sagen. Dafür kann ich sagen, das die Auslastung der CPU ohne einen Film abzuspielen, sehr oft bei 90-100% lag. Ich bin aus beruflichen Gründen leider noch nicht dazu gekommen, alle möglichen Optionen durchzuprobieren. Es deutet aber alles darauf hin, dass es nur eine Einstellungssache ist.

Subjektiver Lautstärkeeindruck

Durch die am Anfang angesprochene, nicht vorhandene Festplattenentkopplung, kann man die Festplatten bei aktivem Zugriff leider sehr gut hören, ich würde das Geräusch auf definitiv als störend bezeichnen. Gerade beim Betrieb im Wohnzimmer, für den das NAS ja mit dem HDMI Anschluss prädestiniert ist, wird das sehr schnell störend. Nicht nur der Festplattenzugriff ist zu hören, sporadisch hat man auch ein ziemlich penetrantes brummen, dass dann wenn es einmal da ist, mehrere Tage anhält. Das scheint aber am Gehäuse zu liegen, drückt man auf der Oberseite vorne mit den Fingern darauf, wird das Geräusch leiser. Hier gibt es von meiner Seite ganz klare Punktabzüge, ein Wohnzimmergerät ist es damit nicht unbedingt.

USB-Funktionen und One-Touch Backup

Das NAS kann nicht nur via Netzwerk, sondern auch mit dem Micro-USB 3.0 Port verbunden werden. Hier habe ich dann die Front-USB Anschlüsse von meinem Lian Li Gehäuse genutzt. Greift man normalerweise auf seine Ordner mit einem Netzlaufwerk zu, kann sich hier das erste Problem ergeben. Ist das Netzlaufwerk nämlich mit der IP-Adresse verbunden, kann diese Verbindung für den USB-Quick Access nicht genutzt werden. Das liegt daran, das der USB-Port eigentlich nur eine USB-Netzwerkkarte simuliert. Diese hat dann auch eine andere IP-Adresse als die Ethernet-Ports. Nutzt man hingegen den Hostnamen zum Herstellen der Verbindung, bemerkt man keinen Unterschied.

So sieht es aus, wenn USB-Quick Access aktiv ist und das Netzlaufwerk via Hostnamen verbunden wurde

One-Touch Backup ist eine Funktion, mit der ein angeschlossener USB-Stick oder eine externe Festplatte, so wie eine SD-Karte via Tastendruck direkt auf das NAS gesichert werden können. Die Taste hierfür befindet sich unter dem Power-Button. Soweit, so einfach. Nur ist es in der Praxis leider nicht ganz so. Um das Feature nutzen zu können, muss es erst im QTS konfiguriert werden. Für den Port sind mehrere Funktionen Nutzbar. Entweder der „Intelligente Import“, dieser durchsucht MTP-Geräte nach Foto- und Videodateien und kopiert diese anschließend in die entsprechenden Ordner auf dem Volume.
„USB One Touch Copy“ ist die von mir gesuchte Funktion, den angeschlossenen Datenträger auf das NAS zu kopieren. Hier muss als erstes ein beliebiges Gerät angeschlossenen werden, damit man den Sicherungsordner festlegen kann. Ich habe in meinem Fall einfach einen USB-Stick genommen und als Quellordner schlicht „/FrontUSB1“ gewählt. Macht man das nicht, erhält man nur eine Fehlermeldung.

Natürlich lässt sich hier bei Bedarf auch ein spezieller Ordner auswählen. Warum aber prinzipiell dafür erst ein Gerät angeschlossen werden muss, erschließt sich mir nicht ganz. Als Zielordner habe ich dann „/One-Touch-Backup“ angelegt. Wird jetzt ein Datenträger am USB-Port angeschlossen, wird dessen Inhalt nach drücken der One-Touch-Backup Taste in den Ordner kopiert.

Die letzte Funktion ist „Als externes Speicherlaufwerk“. Diese gibt dann den Datenträger wie unter Windows für das NAS frei, er kann als Speicher angesprochen und genutzt werden. So lässt sich z.B. eine externe Festplatte auch Netzwerkfähig machen.

Verbindung zu Cloud-Diensten

Gehen wir weg von der Nutzung im Netzwerk und hin zu den Cloud-Diensten. Mit der Anwendung „Connect to Cloud Drive“ lassen sich mehrere Cloud-Anbieter in der File Station hinzufügen. Wie dieser Vorgang bei Amazon abläuft, habe ich euch mit Screenshots dokumentiert. In Kurzform wird der Anbieter ausgewählt, dann wird man zum Anbieter für den Login weitergeleitet. Sind die Zugangsdaten richtig eingegeben, wird nur noch ein Verbindungsname erstellt (mit der E-Mail des Kontos) und die Verbindung ist eingerichtet. Ich habe das Amazon Cloud Drive bisher nicht genutzt, werde es allerdings jetzt dann dank dem kostenlosen Speicher für Fotos als Backup meiner Fotos nutzten. Auch meine Canon RAWs wurden hier problemlos erkannt. Um die Verbindung nutzten zu können, wird eine „Ferneinbindung“ erstellt. Ist diese erfolgreich hinzugefügt, wird der Cloud-Anbieter in der linken Navigationsleiste angezeigt. Eine Synchronisierung von NAS Ordnern mit der Cloud findet hier allerdings nicht statt, wie ich zuerst vermutet hatte.

Diese Aufgabe übernimmt HybridCloud Sync, hier können dann auch verschiedene Methoden der Synchronisierung gewählt werden. Um Daten automatisch hin und her schubsen zu können, müssen die Anbieter erneut hinzugefügt werden. Nach der Auswahl der Anbieter wird angegeben, welcher Ordner vom NAS auf welchen Ordner in der Cloud gesichert wird und umgekehrt. Standardmäßig läuft die Synchronisierung kontinuierlich, bei Bedarf lässt sich das natürlich auch anpassen. Was mir hier nur noch fehlen würde, wäre die Synchronisation wirklich Zeitgesteuert laufen zu lassen, da meine Freundin den Upload für YouTube benötigt. Ich würde das gerne nur in der Nacht laufen lassen, erst recht bei der Dateigröße. Der „Status“ des Synchroniserungsjobs wird in der Anwendung im Punkt „Jobs“ angezeigt. „Status“ weil der genaue Fortschritt nicht ersichtlich ist, nur ob die Synchronisierung läuft oder nicht. Die komplette Einrichtung der Synchronisierung findet ihr in den Screenshots:

Benchmarks NAS unverschlüsselt & verschlüsselt

Um das NAS zu benchen habe ich sowohl Crystaldisk Mark, als auch Intels NASPT Tool genutzt. Die Benchmarks liefen von meinem Desktop aus:
– Intel Core i5 4690K
– MSI Z97 Gaming 5
– 16GB Kingston Hyper X Fury
– Samsung 850 Evo 250GB
– EVGA GTX1070 SC

In beiden Fällen wurde ein Ordner als Netzlaufwerk am PC verbunden. Für den Benchmark wurde dann das Netzlaufwerk als Ziel angegeben. Für das Intel NASPT wurden alle Tests angehakt. Crystaldisk Mark wurde auf den Standardeinstellungen gelassen, sprich 5 Tests und 1 GB. Beide Tools liefen sowohl bei unverschlüsseltem Volume, als auch bei verschlüsseltem Volume. Beim Test mit der Verschlüsselung wurde das Volume natürlich im NAS entsperrt, sonst ist kein Zugriff auf das Netzlaufwerk möglich. Interessanter weise ist der Zugriff auf das NAS mit dem Hostnamen nicht mehr möglich, sobald das Volume gesperrt ist. Beim Versuch auf das Netzlaufwerk zuzugreifen, wird der Zugriff mit der gleichen Meldung verweigert, egal ob es via IP-Adresse oder dem Hostnamen eingebunden wurde. Beim USB Quick-Access habe ich genau den gleichen Aufbau verwendet, nur ist hier das NAS nicht via Netzwerk, sondern mit dem USB-Port meines PCs verbunden.

Netzwerkdienste wie DHCP und DNS

Ich muss zugeben, ich habe aus Faulheit auf eine Lösung mit integrierter GUI gehofft. Hier wurde ich leider enttäuscht, es gibt zwar ein Paket das das übernimmt, allerdings nur auf Kommandozeilenbasis. Hier sollte sich dann jeder die Frage stellen, ob er das dann nutzen will oder nicht. Für Interessierte wäre das erforderliche Paket Entware-ng. Sobald ich Zeit finde die Einrichtung durchzuführen, würde ich den Test in dieser Hinsicht nochmals ergänzen.

Backup von Windows-PCs auf das NAS

Für die Backup-Realisierung bietet QNAP eine eigene Software an, den NetBak Replicator. Ich arbeite hier mit Acronis, die Sicherung meines PC’s habe ich auch mit Acronis eingerichtet. Auf dem NAS habe ich dafür ein neues Share und einen extra Backup Benutzer angelegt. Dieser wird nur von Acronis benutzt, das Share wird auch nicht als Netzlaufwerk eingebunden. Genauso habe ich den Zugriff auf das Share für alle anderen Benutzer deaktiviert. In dieser Konstellation funktioniert das wunderbar, hier sind dann aber die Einstellungen der Backup-Software gesondert zu beachten. Außerdem habe ich für das Backup-Share eine Kontingentbegrenzung eingerichtet, damit es nicht mit Backups vollläuft.

Wenn man keine eigene Software wie Acronis hat, kann man natürlich auf Programme wie den NetBak Replicator zurückgreifen. Da ich seit Jahren gute Erfahrungen mit Acronis gemacht habe und das NAS auch wunderbar damit zusammenarbeitet, habe ich den Replicator erst einmal links liegen gelassen. Möglicherweise wird dieser noch interessant, wenn die Sicherung des PCs meiner Freundin ansteht.

Virtualisierungsfunktion

Das NAS bietet verschiedene Möglichkeiten, um virtuelle Maschinen darauf laufen zu lassen. Hier gibt es die Virtualization Station, die sich wie eine VM-Ware betrachten lässt. Außerdem gibt es eine Docker-Unterstützung. Hier bieten sich einige interessante Möglichkeiten zur Nutzung, was mir hier unter anderem einfallen würde, wäre das Wegfallen eines dedizierten PCs, zumindest wenn nicht mehr als Office-Betrieb benötigt wird. Also der Anschluss des NAS an einem Monitor via HDMI, Anschluss von Tastatur und Maus und dann z.B. eine Windows 7 VM. Natürlich lassen ich so auch alle möglichen anderen Betriebssysteme installieren, mit denen das QNAP alle möglichen Dienste übernehmen kann. Ich könnte mir auch die Nutzung als Z-Wave Basis mit entsprechenden USB-Stick vorstellen.

Zur Einrichtung wird erst wie bei VM-Ware o.ä. eine neue Virtuelle Maschine erstellt. Die Hardware die die VM nutzen soll lässt sich entsprechend anpassen. Für die Installation muss natürlich noch ein Image bereitgestellt werden, welches bei Erstellung ausgewählt wird. Außerdem der Ort, an dem die VM gespeichert werden soll. Gerade mit der QTS 4.3 hat sich an der GUI einiges getan, hier lohnt sich das Update auf die Beta auf jeden Fall. Eine kleine Besonderheit ist noch der Netzwerkzugang für die VMs, QNAP arbeitet hier mit einem virtuellen Switch. Über diesen wird der Netzwerkzugang für die VMs geregelt, je nach Modell lassen sich hier auch mehrere LAN-Ports dem Switch zuweisen. In meinem Fall ist das LAN2, der nur für die VMs verwendet wird. Natürlich bietet das System auch die Möglichkeit Snapshots zu erstellen, auf die dann zurückgesprungen werden kann.

Darüber wie sinnvoll sich das dann nutzen lässt, kann man jetzt natürlich streiten. Es sollte definitiv gesagt werden, das die standardmäßigen 4GB Ram dafür etwas gering dimensioniert sind. Hier bietet sich ganz klar das Upgrade auf 8GB an. Für meinen Test habe ich es erst einmal bei den 4GB RAM belassen, laufen soll in erster Linie Steam für Inhome-Streaming. Um die Speicherbelastung so gering wie möglich zu halten, habe ich als Hostsystem Arch-Linux mit Fluxbox als Window Manager gewählt. Die VM wird so kaum ausgelastet, auch wenn es etwas Konfiguration bedarf bis Steam richtig läuft. Die Steuerung läuft dann über den Steam Controller.
Interessehalber habe ich auch noch Windows 10 Pro installiert, hier hat alleine die Installation das NAS ganz klar an seine Grenzen gebracht. Sowohl die 4GB RAM, als auch die CPU sind dann an der absoluten Grenze. Die Installation hat sowohl viel länger gedauert als gewohnt, noch war die Bedienung des Installers flüssig.

Um vom Sofa aus darauf zugreifen zu können, habe ich die VM auch der HDStation zugewiesen. Das heißt, das dann am „Desktop“ auf dem Fernseher auch ein Icon dafür erscheint, mit dem sich die VM starten lässt.

Fazit

Das QNAP TS-251A bietet für den Preis für den es zu haben ist, extrem viele Möglichkeiten und vor allem sehr viel Leistung. Die meisten Funktionen lassen sich auch für Laien intuitiv einrichten, hier sei noch einmal die geniale Erstinstallationsaleitung erwähnt. An sich ist es zur Medienverwaltung kein schlechtes Gerät, nur sollte nicht unbedingt immer die QNAP eigene Software genutzt werden. In Verbindung mit Plex bin ich hingegen sehr zufrieden. Wer ein NAS mit etwas mehr Leistung für wenig Geld sucht, wird hier definitiv fündig. Auch die Hauseigene QTS Software bietet die wichtigsten Features von Haus aus, hier habe ich bis auf den DNS/DHCP-Dienst nichts vermisst. Lediglich an den Festplatteneinschüben sollte QNAP noch einmal Hand anlegen. Bei einem Gerät das für die Nutzung im Wohnzimmer gedacht ist, ist das meiner Meinung nach nicht zumutbar.

Auch die Performance der beiden 10TB Seagate-Festplatten kann sich sehen lassen, hier gibt es keinerlei Beschwerdegrund. Außerdem möchte ich den unerwartet guten Support von Seagate hervorheben, da eine der beiden Testfestplatten leider nicht fehlerfrei bei mir ankam. Nachdem ich das Problem an Stegan weitergegeben hatte, bekam ich sogar am gleichen Tag einen Rückruf von Seagate mit dem Hinweis, dass eine neue Festplatte schon auf dem Weg ist. Diese war dann auch überpünktlich am nächsten Tag da und funktioniert jetzt ohne Probleme. So ein Support kann sich sehen lassen.

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